Buschhauser Messe für sicheren Start in die Motorradsaison

web_anh07812Osterholz-Scharmbeck. Mit den steigenden Temperaturen starten viele Zweiradfreunde in die Motorradsaison.Verbunden mit Motorradfahren ist der Gedanke an schwere Unfällen. Grund genug für den Landkreis Osterholz, den Allgemeinen Deutschen Automobil Club (ADAC), den Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und die Polizeiinspektion Verden/Osterholz sich diesem Thema anzunehmen. Sie luden jetzt auf das Gelände der Integrierten Gesamtschule (IGS) nach Buschhausen zu einer Motorradfahrermesse.

Zum Start setzte Dauerregen ein. Trotzdem wagten sich einige mit dem Motorrad zur Veranstaltung. Viele informierten bei Achim Kuschefski vom Institut für Zweiradsicherheit in der Schul-Aula. Kuschefski räumte Vorurteile aus: Die meisten Unfälle zwischen Motorrad und Auto auf die Kappe der Autofahrer. Zudem passieren die meisten Unfälle innerorts und nicht auf den langen „Raserstrecken“, stellt der Referent klar. Trotzdem bleibe unangepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache.

Warum das so ist zeigte der ADAC draußen, wo der Club ein Highlight aus dem Fahrsicherheitstraining präsentierte. Fährt man nur 20 Stundenkilometer über die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer verlängert sich der Bremsweg um elf Meter. Da wo das Motorrad bei Einhalten der Geschwindigkeit normalerweise schon gestanden hätte, hat es nun noch rund 56 Stundenkilometer drauf. Der Moderator des ADAC: „Selbst wenn er nur zehn Stundenkilometer zu schnell gefahren wäre, würde der Motorradfahrer mit Tempo 45 auf das Hindernis knallen.“

Der ADAC zeigte unter anderem, wie nützlich und wirksam ein Antiblockiersystem am Motorrad ist. Bei kleinen Hindernissen wie einem Autoreifen, empfahl der Fachmann einfach drüber zu fahren anstatt ein riskantes Ausweichmanöver zu fahren. Hermann Spang vom DRK informierte über Erste Hilfe am Unfallort. Bei verunglückten Motorradfahrern gelte der Grundsatz „Helm ab“. Einzige Ausnahme: Der Fahrer ist ansprechbar und möchte den Helm aufbehalten, erläuterte Spang. Er zeigte Interessierten die stabile Seitenlage und die Wiederbelebung mittels Herzdruckmassage. „Es sind insgesamt wenige Handgriffe die man drauf haben sollte für eine große Chance.“

web_anh07808Bei der Herzdruckmassage sei grundsätzlich der Oberkörper freizulegen und in Höhe des Brustkorbes senkrecht zu drücken. Druckmassage und Beatmung wechseln sich im Regelfall ab. Der Ersthelfer entscheidet selbst, ob er Beatmen möchte. Auch auf Fragen des Publikums ging Spang ein. Oft haben Leute Angst, etwas falsch zu machen, weiß der Erste-Hilfe-Experte. „Lieber etwas machen, was nicht ganz richtig ist, als gar nichts zu machen.“

Zum neuen Führerscheinrecht gab Werner Pußack, Dozent der niedersächsischen Polizeiakademie, den Besuchern einen kurzen Vortrag. Pußack brachte es auf eine kurze Formel: „Die Jungen zahlen, die Alten profitieren.“ Der alte Führerschein werde ein wenig aufgewertet. „Wer den Führerschein neu macht, darf ein bisschen weniger, muss aber mehr bezahlen“, so Dozent der Polizeiakademie.

So ist ein neuer Führerschein nur noch fünfzehn Jahre gültig. Scheine für Leichtkrafträder haben dagegen keine Geschwindigkeitsbegrenzung mehr. Trikes und kleine dreirädrige Lastkraftwagen dürfen nicht mehr mit dem Autoführerschein gefahren werden. Diese Fahrzeuge sind nun bei den Zweirädern mit eingruppiert. Wer viel im Ausland unterwegs ist, dem empfiehlt Pußack, einen neuen Führerschein zu beantragen. Dann muss allerdings auf die Übertragung der richtigen Schlüsselzahlen geachtet werden, damit die Besitzstandswahrung auch greife.

Der Landkreis zeigte in Buschhausen neue Blitzertechnik. Dank einer zweiten Kamera können Motorräder nun auch von hinten fotografiert werden. Ein Mitarbeiter des Landkreises: „Jetzt wissen wir, wo die Post hingehört.“ Mit einem Fahrsimulator war die Verkehrswacht vor Ort. Dieter Grohs war hochzufrieden: „Wir hatten einen sehr guten Zulauf. Das hatte ich nicht erwartet.“ Fahrsimulator und „Rauschbrille“ halfen, die Sinneswahrnehmung im Rauschzustand zu verdeutlichen

 

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