Tiefer Blick in die Karlshöfener Schulgeschichte

Der 100. Geburtstag der Schule lockte viele ehemalige Schüler an
Karlshöfen. Die Feierlichkeiten zu 100 Jahre Schule in Karlshöfen zogen am Sonntag viele ehemalige Schülerinnen und Schüler an. Mit einem großen Schulfest und einem Tag der offenen Tür präsentierte sich das Team um Schulleiter Volker Kullik den Gästen. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse einer Projektwoche, in der Informationen zu früheren Zeiten gesammelt worden war und die nun ausgestellt wurden. Eine Modenschau, historische Tänze und ein Theaterstück um die Schule von damals machten den Tag perfekt.

Mit diesem großen Andrang hatte allerdings selbst Kullik nicht gerechnet: “Wir sind das Risiko eingegangen fünf Tage lang die gleiche Suppe zu essen, aber nun ist sie ja doch alle geworden.” Das gleiche Ergebnis gab es beim Butterkuchen aus dem Steinbackofen, der Förderverein hatte mit dem Schulelternrat das Catering übernommen.

Gedränge gab es auch öfters vor den hunderten von Klassenbildern, die in den Fluren der Schule hingen. Extra zum Tag der offenen Tür zurück in die alte Heimat nach Karlshöfen kamen auch die Schwestern Hella Braun, Gisela Jürgensen und Ulla Schröder, alle geborene Tietjen. 1956 war die Familie nach Karlshöfen gezogen und nacheinander sind die Mädchen hier eingeschult worden.

Wesentlich jünger als die drei ist Wencke Teetz, aber gedanklich steht sie den Dreien am Sonntag etwas näher. Wencke spielt nämlich die Oma im Theaterstück die ihren beiden Enkelinnen berichtet, wie es bei ihr in der Schule zuging. Ihre Mitschüler spielen das auf der Bühne vor. Da gibt es beispielsweise den strengen Lehrer Herrn Vogel, der die Hände und Fingernägel der Schüler auf Sauberkeit überprüft. Ab und an gab es was mit dem Rohrstock und als eine Lehrerin verkündete, dass heute das Gedicht “Die Glocke” auswendig gelernt wird, ging ein Raunen durch das Publikum. Immerhin hat sich das zuhören gelohnt. Oma Wencke übernahm beim Erzählen wie selbstständig den Topflappen, mit dem sie sich selbst nicht in die Schule getraut hätte. Froh war auch die Enkelin: “Prima Oma, jetzt bekomme ich bestimmt eine eins.” Die Note eins hatten alle Schüler der Projektwoche verdient. Dank ihnen bot die 100 Jahre alte Schule ein interessantes Eintauchen in die Geschichte. Fotos und historische Karten gab es zu bestaunen, wie auch interessante Dachbodenfunde. Deutschland vor 100 Jahren wurde ebenso vorgestellt wie das Leben der Kinder zur Kaiserzeit. Im Computerraum war das Quiz “als Omas Oma zur Schule ging” heiß begehrt. Weitere Gewinne versprach das “Who is who”. Hier galt es das aktuelle Lehrerkollegium ihren Einschulungsbildern zuzuordnen.

Zurück in die Geschichte ging es im Klassenraum der 1b für Jonas und seiner Mama. Beide versuchten sich an der altdeutschen Schrift, daneben gab es auch einen “Sütterlin Schreibkurs”. Mit Feder und Tinte zu schreiben war gar nicht so leicht. “Guck mal Mama, die drei geht ganz schwer”, meinte Jonas. Diese fand allerdings die Buchstaben viel schwerer. Den Hasen hätte sie ohne Zeichnung nie erraten. Jonas war anderer Meinung: “Das ist doch leicht, der letzte Buchstabe ist ein e.” Übung macht auch hier den Meister. Dank der Vorlagen nutzten viele Gäste die Gelegenheit und schrieben ihre Namen auf alter Weise, Unterstützung gab es zur Not von der Lehrerin Christiane Cousin.

Die Mädchen und Jungen der Modenschau hatten sogar ein Lied zum Geburtstag der Schule einstudiert: “Unsere Schule ist 100 Jahre…” Sie präsentierten Schulmode damals und heute. Damals war es undenkbar, dass Mädchen mit Hosen in die Schule kommen. Kleid und Schürze waren Pflicht, dazu gab es Zöpfe und Holzpantoffeln. Wer sich die nicht leisten konnte, ging barfuß zur Schule. Die Kleider der Lehrerinnen waren hoch geschlossen mit weißen Spitzenkragen. Dazu trugen sie einen Hut.

Tänze von früher präsentierten die Schüler auf dem Schulhof, wie auch alte Spiele. Gummitwist, Murmeln und Seilspringen war seinerzeit angesagt. Zum Tag der offenen Tür stellte sich natürlich der Förderverein vor, es gab Einblicke in die Bücherei und einen Film zur Schule von heute.

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