In nur acht Jahren zum Löschmeister

Lübberstedt. Christina Weigert ist mittlerweile ja schon ein Jahr als einzige Frau in der Lübberstedter Feuerwehr, aber so richtig dran gewöhnt hat sich Papa und Ortsbrandmeister Wolfgang Weigert noch nicht an die weibliche Verstärkung. Einmal rutschte ihm ein „Christian“ heraus, und auch bei der Beförderung gab es kurzerhand eine Geschlechterverwechslung: „Christina, ich befördere dich zum Feuerwehrmann.“ Klar, dass es auf der sowieso schon locker geführten Jahreshauptversammlung am Sonnabendabend im Lübberstedter Feuerwehrhaus weiteren Grund zum Lachen gab.[geolocation]
Tjorben Prigge wurde wie Christina zum Feuerwehrmann befördert. Viel weiter ist der Schriftführer im Kommando, Volker Schenk. Nicht zu Unrecht bezeichnete der stellvertretende Gemeindebrandmeister Bernd Büntemeyer ihn als Senkrechtstarter. Erst im Jahre 2006 der Lübberstedter Feuerwehr beigetreten, schaffte er innerhalb von acht Jahren den Aufstieg vom Feuerwehrmannanwärter zum Löschmeister. Auch in den beiden zurückliegenden Jahren wurde Schenk befördert.
Keine neuen Schulterklappen, dafür aber einen riesengroßen Präsentkorb bekam der Ehrenbrandmeister Ottokar Rußmeier für seine 50-jährige aktive Tätigkeit im Feuerlöschwesen. Weigert: „Du hast die Feuerwehr Lübberstedts geprägt, warst lange Zeit Brandmeister hier. Wenn die Altersabteilung am Start ist, dann ist Ottokar dabei.“ 18 Einsätze hatten die Lübberstedter im letzten Jahr zu fahren, inklusive des Starkregens in Hambergen und des Hochwassers im Landkreis Lüchow-Dannenberg. 
Natürlich brannte ab und zu der Bahndamm, und auch Sturmschäden waren zu beseitigen. Die Lübberstedter Wehr beteiligte sich auch an einer Personensuche in Hambergen. Da zeigte sich die Wichtigkeit der Ausrüstung. Die Scheinwerfer sind wohl schon zu alt, die Akkus halten keine fünf Minuten, wie Weigert berichtete. „Ohne die Helmlampen wäre man wohl besser am weißen Stock gelaufen. Mit den Scheinwerfern ging es raus aus dem Wagen, rein in den Wald, und dunkel war es.“
Die Personensuche zeigt aber auch, dass nachbarliche Hilfe immer wichtiger wird. Das weiß auch Büntemeyer. Er berichtete, dass in der Tagesversorgung regelmäßig die ganze Samtgemeinde alarmiert werde. Es gibt ein kleines Defizit an Atemschutzgeräteträgern. 
Büntemeyer appellierte, diese zusätzliche Ausbildung als äußerst wichtig anzusehen. Ausbildung hat die Lübberstedter ordentlich beschäftigt. Nicht nur wegen der von Frank Steen initiierten Truppmannausbildung. Vorschriften, diverse Lehrgänge, die Wärmebildkamera und die Rettungsschere beschäftigten die ehrenamtlichen Lebensretter. Weigert dankte nicht nur seinen Kameraden für ihr Engagement, auch die Familie spiele eine wichtige Rolle. Weigert: „Es fängt an mit der Frage, wo meine Schuhe sind. Und es geht bis zum Anruf beim Arbeitgeber im Falle eines Alarms. Oder die Übernahme von Aufgaben, so wie beim Einsatz heute Nachmittag, da blieb keine Zeit mehr für die Vorbereitung der Versammlung.“
Zufriedenstellend ist die Mitgliederentwicklung: „Erfreulich, dass wir junge Leute dazu bekommen haben. Wir haben die Schallgrenze von 200 überschritten.“ Zu 25 Aktiven und 31 Herren in der Altersabteilung kommen 163 fördernde Mitglieder. Im Kommando bleibt fast alles beim Alten. Nur löst Michael Berner Torben Berner als stellvertretenden Gerätewart ab.
Ortsfeuerwehr Lübberstedt 
Ortsbrandmeister Wolfgang Weigert. 
Infos unter Telefon 0 47 93 / 87 54.

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