Eine Tüte voller Lese-Stoff

Vollersode. In eine „Fundgrube für Leseratten“ samt Café hatte die Wallhöfener Kirchengemeinde ihre Räumlichkeiten für einen Nachmittag verwandelt. Während sich ein Teil der zahlreich erschienenen Besucher gleich ins Lesevergnügen stürzte, genoss ein anderer erst mal das Gebäck. Lesestoff gab es reichlich. Für jeden war etwas dabei. Von Kinderbüchern über Krimis bis zu Sachbücher, einige Hörbücher und antiquarische Werke waren zu haben.

„Wer Bücher sucht, ist hier sehr gut aufgehoben besser als auf normalen Flohmärkten“, sagte Rita Karpinski. Sie war begeistert und hatte selbst eine ganze Tüte voller Lektüre ergattert, überwiegend Krimis, aber auch die sogenannte leichte Unterhaltung fand sich in ihrem Schatz. Karpinski liest gern Bücher von Henning Mankell und Adler Olsen. Sie war erstaunt über die große Zahl aktueller Bücher. Trennen wird sie sich von ihrer Beute nicht so schnell: „Eigentlich behalte ich alle Bücher.“ Pferdebücher und Geschichten wie „Doppelt geküsst hält besser“ gehören jetzt Fenja Rulfs. Sie wollte eigentlich wie im Vorjahr hinter den Tischen sitzen, bekam aber keinen Platz mehr. So nutzte sie die Zeit bei einem leckeren Stück Kuchen und las ihre Bücher an.

Erst das Kaffeegeschäft, dann nach Büchern schauen. So ungefähr lautete das Motto von Horst Prigge, der sich ebenfalls als Krimifan beschrieb: „Ich kaufe öfter auf Flohmärkten, und wenn ich ein gutes Buch finde, nehme ich das auch mit.“Gern angesteuert wurde der Tisch von Irene Mehrtens. Dort lagen sie die guten und aktuellen Kriminalgeschichten zum Schnäppchenpreis. 80 Prozent davon hat Mehrtens selbst gelesen, heute wollte sie Ballast loswerden. Mehrtens: „Ich habe mich auch schon umgesehen und einiges gefunden, aber mitnehmen will ich nichts.“ Den Umstieg auf einen E-Book Reader hat Mehrtens bereits hinter sich, kann aber nicht komplett auf die gedruckten Werke verzichten: „Manchmal ist es besser, ein richtiges Buch in den Händen zu halten.“

Bunt gemischt war der Stand von Bärbel Klein. Sie hatte Kinderzeitschriften, Kinderbücher, alte Schulbücher und Biografien. Ganz zufrieden war Klein mit den Verkaufszahlen nicht, hatte aber ihr Problem entdeckt: „Ich habe nicht so viel Aktuelles dabei.“ Selbst kaufen wollte auch sie nicht so gern: „Ich bin noch ganz gut mit Lesestoff ausgestattet.“Das wohl älteste Buch des Flohmarktes trug den Titel: „Die Pflege und Ernährung des Säuglings.“ Gedruckt 1912, bestimmt nicht mehr aktuell. Doch dürfte es für den Leser spannend sein, was vor 100 Jahren zu diesem Thema gesagt wurde.

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