Retter holen Nachwuchs ins Boot

Zweite Feuerwehrfachmesse im Landkreis Osterholz / Brandschützer tauschen Tipps und Erfahrungen aus
Von der Feuerwehr für die Feuerwehr: Fachpublikum war auf der zweiten Feuerwehrfachmesse des Kreisfeuerwehrverbandes Osterholz auf dem Erntefestplatz in Hambergen ausdrücklich erwünscht.
Hambergen. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis Osterholz und den Nachbarkreisen kamen für Fachgespräche und zum Informationsaustausch zur zweiten Feuerwehrfachmesse des Kreisfeuerwehrverbandes nach Hambergen. Jan Hinken als Vorsitzender des Veranstalters war mit dem Zuspruch zufrieden. Die gastgebenden Wehren aus der Samtgemeinde Hambergen waren es nicht, sie hätten gern mehr Besucher ohne „Feuerwehr-Hintergrund“ begrüßt.

Doch es war eben kein „Tag der offenen Tür“, um die Arbeit der Feuerwehren vorzustellen. Lösungen der einzelnen Wehren für große und kleine Probleme im Alltagsleben aufzuzeigen, stand laut Hinken im Mittelpunkt: „Zwei Drittel der Gäste haben mit der Feuerwehr zu tun und erwarten Antworten von Feuerwehrfachmännern.“ Ein wenig Werbung gab’s doch, allerdings ausschließlich für die jüngeren Gäste. Die Hamberger Jugendfeuerwehr und die Kreisjugendfeuerwehr kümmerten sich im Spiel- und Bastelzelt um ihre Besucher und betreuten daneben eine Hüpfburg.

Nachwuchs wird angeworbenDie Hüpfburg hatte mit dem Feuerwehrboot mächtig Konkurrenz bekommen. Einmal Kapitän spielen lockte den Nachwuchs an. Das Boot ist nagelneu, wurde im März in Dienst gestellt und funkelte noch kräftig, hat allerdings schon einen Einsatz hinter sich. Frank Wöhltjen von der Feuerwehr aus Osterholz-Scharmbeck wusste Einzelheiten. Schließlich sitzen in Osterholz-Scharmbeck die Kameraden mit den Bootsführerscheinen. Das Boot kommt regelmäßig auf der Hamme zum Einsatz, um Ölspuren zu beseitigen oder Tiere aus dem Wasser zu fischen. Dank des dazugehörigen Kranes kann das Boot an jeder Stelle zu Wasser gelassen werden. Wöhltjen: „So bleiben wir flexibel.“ Platz auf dem Boot haben zehn Mann, der Standort ist die feuerwehrtechnische Zentrale in Pennigbüttel.Zweitbeliebtester Platz auf der Feuerwehrfachmesse war das Führerhaus. Davon gab es genug: 14 Ortsfeuerwehren nahmen schließlich mit ihren Fahrzeugen an der Messe teil. Den Kids war es dabei völlig egal wie groß das Auto war. Hauptsache, sie konnten das Lenkrad berühren. „Das macht Spaß“, waren sich Jan und Christoph einig. Uwe Winkler von der Wehr aus Mevenstedt erklärte die Details und ließ die Beiden das Blaulicht einschalten.Die kleinsten Wehren hatten die besten Ideen: So auch die Mevenstedter. Sie zeigten ihren Anhänger, in dem nicht nur 1000 Freizeitstunden steckten, sondern jede Menge feuerwehrtechnisches Zubehör. „Der Anhänger ist bei jedem Einsatz dabei“, sagte Winkler. Ähnlich groß wie Mevenstedt und auch eine Feuerwehr mit Grundausstattung gibt es in Hülseberg. Heiko Finken und Holger Joost zeigten mit Stolz was in ihrem Wagen drinsteckt. Ihre Besonderheit ist ein 100 Liter Tank, der mit einem Druck von 170 Bar jedes brennende Auto löscht. „20 Liter reichen schon“, erklärte Finken. Der umgebaute Hochdruckreiniger ist umschaltbar auf Schaum und kann im laufenden Betrieb an jedem Wasserhahn aufgefüllt werden. Die Hülseberger sind dabei Vorreiter und benötigen das Gerät wegen des naheliegenden Ohlenstedter Sees. Falls mal ein Wohnmobil oder PKW in Brand gerät.Eine sparsame Geschichte erzählten auch die Scharmbeckstoteler. Die Kameraden dort haben einen alten, weißen Transporter umgebaut. Nun glänzt der im roten Feuerwehrlook mit Antennen und Lichtern auf dem Dach. Kosten 15 000 Euro. Jan Hinken: „Von der Stange hätte so ein Fahrzeug mindestens 40 000 Euro gekostet.“Ein Highlight auf der Messe war natürlich der Leiterwagen aus Lilienthal. 30 Meter kann der ausfahren. Ausprobieren war allerdings nicht möglich. Lars van den Hoogen: „Das ist ein Rettungsgerät und kein Karussellbetrieb.“ Damit funkte er auf der gleichen Wellenlänge wie Hinken. Details zum Fahrzeug verriet van den Hoogen gern und erklärte wann die Lilienthaler im Leiterwagen ausrücken und warum die Kommune solch einen Wagen vorhalten muss. Van den Hoogen ist mit ganzem Herzen dabei. Der Funke sprang von ihm oft auf die Besucher über. Gern ließ er die jungen Besucher ins Fahrzeug – und ließ damit das ein oder andere Kinderherz höher schlagen.

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