Ein ganzes Orchester mit einer einzelnen Harfe gespielt

Assia Cunego begeistert ihr Publikum in wenigen Minuten
Kuhstedtermoor. “Ganz große Klasse. So etwas Tolles habe ich zuvor noch nie gehört.” Der Bremer Clemens Stief hatte in der Zeitung vom Harfenkonzert in der Kult-Kneipe Cultimo gelesen und sich mit seiner Frau extra für das Konzert auf den Weg nach Kuhstedtermoor gemacht. Beide waren vollauf begeistert. Die Künstlerin Assia Cunego löste ihr Versprechen am Sonnabend ein und hatte bei ihrem Solokonzert im vollen Haus ein ganzes “Orchester in der Hand”.

Geräusche waren kaum zu hören während des Konzertes. “Wahnsinn” und “fantastisch”, leise geraunt, war jedoch bei vielen Gästen von den Lippen abzulesen. Die Begeisterung teilte sich das Publikum mit dem Veranstalter: “Wir freuen uns, dass so viele Menschen gekommen sind, und gemeinsam haben wir nun das große Glück, Assia Cunego hier live spielen hören zu dürfen.” Cunego überzeugte nicht nur mit ihrer Musik, die ganze Vorstellung war stimmig. Clemens Stief: “Die ist ja richtig nett, eine fantastische Darbietung, so wunderschön. Ich könnte die knuddeln.” Cunego verriet “Geheimnisse” ihres Instruments und erzählte Anekdoten aus den Leben ihrer Komponisten. Sieben Pedale hat die Harfe von Cunego, damit kann sie jeder Saite 21 verschiedene Töne entlocken. Mit acht Fingern springt sie durch die Saiten, zupft und streichelt sie. Hörbar gefühlt waren es jedoch viele Finger mehr.

Einer der Lieblingskomponisten Cunegos ist Johann Baptist Krumpholtz: “Mit dem Namen können Sie nichts anfangen, nun er war immerhin ein Schüler von Haydn.” Fünf Harfenkonzerte hat er komponiert. Ab und an im Radio zu hören, allerdings nur nachts, wenn niemand Radio hört, fügte Cunego verschmitzt an, sei Johann Ludwig Dussek. Von ihm spielte sie die “Sonata in c-Moll.” Ihre Tempowechsel waren vergleichbar wie der Wechsel von der Fußgängerzone auf die Autobahn, Applaus gab es nach dem zweiten Stück als wäre schon eine Zugabe gefordert.

Von ihrer neuen CD, diese erscheint im Mai, spielte Cunego die “Metamorphosis” von Philip Glass. Gespannt wartete das Publikum mit dem kräftigen Beifall bis der letzte Ton vollends verklungen war, Cunegos Sprung in die Moderne war geglückt. Nach dem heiligen Tanz war Pause. Einer der Gäste war voll des Lobes und meinte: “Das hätte ich niemals gedacht. Wie die hier spielt. Wahnsinn. Meine Frau hat mich hierher geschleppt. Mit Erfolg, wie Sie sehen.” Stolz zeigte er die frisch gekaufte CD.

Assia Cunego ist Italienerin und 1983 geboren. Sie spielte auf unzähligen Konzerten in vielen Ländern, gibt Unterricht und Workshops. Im letzten Jahr startete sie das Wagnis eines Harfen-Internats in Sandstedt. Sie selbst schloss im zarten Alter von 18 Jahren ihr Harfendiplom mit Auszeichnung ab und versetzt auch am Sonnabend immer wieder ihr Publikum in Erstaunen.

Clemens Stief schwärmte nicht allein, auch seine Frau Ursel gefiel die Musik außerordentlich: “Wir gehen sehr viel auf Konzerte, aber hier so etwas Tolles zu sehen, damit konnte man nicht rechnen.” Ihr Mann fügte hinzu: “Die Harfe geht ja oft unter im Orchester. Diese Klangfülle ist einfach imponierend. Die Cunego hat ja richtig Beinarbeit geleistet auf ihren Pedalen.”

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