Reif für den Harz

Wallhöfen. „Tschüss“, sagt heute Abend Otto Grotjohann auf der Jahreshauptversammlung des Wallhöfener Schützenvereins. Grotjohann verabschiedet sich aus dem Vorstand. 22 Jahre stand er dem Schützenverein vor. Heute wird neu gewählt. Grotjohann ist guter Dinge: „Bei uns im Vorstand haben immer alle Leute gut mitgearbeitet, ich konnte mich immer auf meine Mannschaft verlassen. Ohne so ein Team ist auch der Vorsitzende nichts.“ [geolocation]

Beweis dafür ist, dass es in der 100-jährigen Geschichte des Vereins erst vier Vorsitzende gegeben hat. Grotjohann hatte das Amt von Helmut Wohltmann übernommen, zwei Jahre nachdem er als Schriftführer in die Vorstandsarbeit hineingeschnuppert hatte. Nun soll Schluss sein. Als Mitglied allerdings bleibt der aktuelle Vizekönig seinem Verein erhalten. Das Jubiläum im letzten Jahr soll der krönende Abschluss sein.
Eigentlich wollte Otto Grotjohann schon früher Schluss machen, ließ sich aber überzeugen, bis zum100. Geburtstag durchzuhalten. Angetreten war er vor 22 Jahren ebenfalls an einem 31. Januar mit dem Satz: „Für eine Periode kann ich das wohl machen.“ Klar dass die Familie hinter seiner Arbeit stand, auch wenn sie anfangs darunter leiden musste. Hannelore und Otto Grotjohann erinnern sich schmunzelnd: „Zu den Sommerferien hieß es meistens, dass wir zuerst Schützenfest haben und danach konnten wir erst in Urlaub fahren.“
1969 ist Grotjohann dem Schützenverein beigetreten, 1971 war er erstmals König. Auch als Schützenhauptmann konnte er den Königstitel ergattern, im Jahre 2003. Mehr ist nicht geplant. Grotjohann: „Auch damit ist Schluss.“ Höhepunkt seiner Vereinskarriere war das vergangene Jahr. Der amtierende Vorsitzende: „Das Jubiläumsjahr bleibt noch lange in guter Erinnerung, die Feierlichkeiten sind sehr gut gelaufen.“
Aus sportlicher Sicht spielt ebenfalls das Jahr 2013 eine große Rolle. Mit Rainer Gerdes konnte der Wallhöfener Schützenverein erstmals einen Deutschen Meister stellen. Gerne erinnert sich Grotjohann an die Zusammenarbeit mit Gerhard Feldmann: „Unter Gerhard hatten wir eine sehr erfolgreiche Jugendarbeit, das hatte er sehr groß aufgezogen.“ Mit Tochter Vanessa und Diana Schönfeld nahm Gerhard Feldmann auch an Wettkämpfen zur Deutschen Meisterschaft teil.
Froh ist Grotjohann, dass es im Schützenverein wieder aufwärts geht mit den Mitgliedszahlen: „Vor dem Aussterben haben wir noch keine Angst.“ Mit viel Überzeugungskraft konnten immer genügend Königsanwärter gefunden werden, so dass in allen Jahren immer alle Titel vergeben werden konnten, 2013 auch endlich wieder im Jugendbereich. Viele Traditionen hat Grotjohann übernommen und fortgeführt, die Fahrradtouren im Mai wie die Tagesausflüge im August. Zwar gab es hin und wieder auch mal Ärger, doch die positiven Erlebnisse überwogen. Grotjohann: „Sonst hätte ich das wohl nicht so lange gemacht.“ Im Vorstand sind alle Posten besetzt und das soll so bleiben. „Eine Wiederwahl zum Vorsitzenden ist heute ausgeschlossen“, ist sich Grotjohann sicher. Die freie Zeit ist schon verplant, der Harz wird Hannelore und Otto Grotjohann wohl häufiger sehen.

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