Mit neuem Hut zum zweiten Titel

web_anh08509Mit hauchdünnen Entscheidungen endete in Axstedt das Königsschießen 2013; jetzt regieren bis zum nächsten Jahr Ingrid Sawitzki und Wolfgang Tunnat.

Axstedt. „Bei mir hätte das Tier wenigstens geblutet“, merkte Wiebke Lange direkt nach dem Stechen auf der Wildscheibe leicht enttäuscht an. Knapp hatte sie die Entscheidung um die Königswürde gegen Ingrid Sawitzki verloren, nachdem beide Damen den äußeren Ring getroffen hatten. Sawitzkis Schuss aber saß etwas zentraler, auch wenn er über dem Tier ins Leere ging, während Lange das Bein getroffen hatte. Allein die Ringe zählten. „Ich bin doch nur Vize“, wehrte Lange erste Gratulanten ab.

Bei den Herren saß der Königsschuss deutlicher, Wolfgang Tunnat traf genau ins Zentrum und ist nun Axstedts neuer Schützenkönig. Um Haaresbreite ging es laut Schützenhauptmann Harald Giese dagegen beim Vizetitel zu. Dort hatte Rene Raedecke etwas mehr Glück und verwies Sven Seedorf auf den dritten Platz, machte ihn damit zum Zaunkönig. 

 

Tunnat schien den Königstitel vorausgeahnt zu haben, denn seinen Kopf zierte ein nagelneuer Hut. Tunnat: „Den habe ich mir extra fürs Schützenfest gekauft, der alte sah nicht mehr gut aus. Die Federn sind allerdings vom alten Hut, das ist Tradition.“ Jugendsportleiter Gerhard Fuhrken verriet: „Heute morgen hat mir Wolfgang erzählt, dass es mal wieder Zeit sei König zu werden. Das letzte Mal war er es 1984.“

Ähnlich lang liegt auch die Königswürde von Sawitzki zurück, sie verewigte sich zuletzt 1987 auf der Königstafel. Die Majestät weiß, dass viel Glück dazu gehört: „Im Stechen schießen wir mit dem Gewehr der Herren und haben nur einen Schuss. Man weiß nicht, ob das Gewehr nach links oben oder unten schießt.“ Nach der ersten Aufregung war dann auch Wiebke Lange stolz und verkündete per SMS: „Ich bin Vizekönigin.“ Sie ist seit einem Jahr Vereinsmitglied und hatte sich selbst in Zugzwang gebracht: „Ich hatte mir vorgenommen so lange mit zu schießen, bis für mich was abfällt.“

Lachender Zweiter

Richtig happy war Rene Raedecke: „Ich bin erst seit fünf Jahren bei den Erwachsenen und habe zum ersten Mal mitgeschossen. Selbst Zaunkönig wäre für mich ein Erfolg gewesen.“ Die Kinder und Jugendlichen hatten eine Woche zuvor ihren König ausgeschossen hatten. Wie bei den Erwachsenen war auch beim Nachwuchs die Axstedter Schützenhalle proppenvoll – und ein Millimeter entschied über den Sieg. Die Mitgliederzahlen im Verein steigen ebenso wie die Teilnehmerzahlen beim Schießen: Beim Nachwuchs kann man Titel gewinnen, ohne Mitglied im Verein zu sein. Nicht immer zur Freude der Eltern, wie ein junger Titelträger verriet. Mit einer Königskette gibt’s vom Jugendsportleiter Gerhard Fuhrken Freikarten für den Auto-Scooter.

Jugendkönig wurde Max Beckmann – erstmalig wie Vize Lukas Iwohn. Sie hatten wie die Großen auf einen Vogelrumpf geschossen. Lukas meinte, er sei mit Absicht Vize geworden. „Das reicht mir.“ Vizekinderkönigin Anna Mester aber glaubt „Das sagt er nur so, das ist nur eine Ausrede.“. Anna hatte das Stechen gegen Joline Hölljes verloren, die wie vor zwei Jahren Axstedts Kinderkönigin wurde. Nächstes Jahr steigt die Zwölfjährige von der Armbrust um auf das Luftgewehr der Jugendlichen.

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