Gummiadler sorgt für Schrecksekunden

web_anh08190Hambergen. „Das war voll spannend. Ich stand kurz vor dem Herzinfarkt. So viel Aufregung kann ich gar nicht ab.“ Hambergens neue Vizekönigin und Jugendleiterin Viola Rösemeier war am Pfingstmontag aufgebracht. Schuld war der „Gummiadler“ bei der Jugend – der erst fiel, als ihre Tochter Luisa ihren finalen Schuss abgab.
Zunächst knickte der Vogelkopf nach einem Treffen von Luisa zwar ab, fiel aber nicht – was Mama Rösemeier mit einem Aufschrei quittierte. Am seidenen Faden hing sozusagen die Würde des Jugendvizekönigs. Vier weitere Runden lang schossen Luisa, Silvia Hofmeister, Torben Peper und Ruven Rösemeier auf das Ziel, bevor der Vogel schließlich bei Luisa aufgab.
Ein ähnliches Szenario gab es bei der Suche nach dem Jugendkönig. Kai Hofmeister, Torben Peper und Silvia Hofmeister kämpften um den Titel. „Zeig’ den Jungs was eine Harke ist“, schallte es öfter durch den Schießstand – und Silvia tat, wie ihr geheißen und holte sich den Titel. „Das Teil hing ganz lange nur an einem klitzekleinen Stück“, kommentierte sie das über eine Stunde dauernde Schießen.
Die Hamberger Jugend ist damit jetzt fest in weiblicher Hand. Halt, nicht ganz: Bei den Schülern gewannen die Jungen. Das verwunderte indes nicht – es schossen gar keine Mädchen mit. Anton Meyer wusste genau, warum er nicht Schülerkönig geworden ist: „Zuerst wird immer der Vize ausgeschossen und dann darf man beim Königsschießen nicht mehr mitmachen.“ Der Vizekönig ist also laut Anton der bessere Schütze. Zweitbester nach dieser Logik ist der neue Schülerkönig Björn Brunßen, der sich mit Tom Meyer und Florian Flathmann maß.
Bei den Schülern blieb auch nichts am Vogel hängen. Nach rund einer halben Stunde seien die Teile abgefallen, erzählte Björn.


Etwas Seltenes schaffte Hambergens Armbrustkönig John Bujar – er konnte seinen Titel gegen Mitstreiter Nico Goes verteidigen. John: „Das war voll spannend. Erst habe ich die Mitte rausgeschossen, dann Nico das rechte Teil, und das letzte Stück habe ich dann abgeschossen.“

Zwei Vizetitel haben die Rösemeiers ergattert, dieser Name fällt eigentlich jedes Jahr. Luisa: „Wir haben zu Hause eine ganze Vitrine voll mit Pokalen. Sogar mit Pokalen von Papa, der noch nicht im Verein ist. Aber Mama arbeitet dran.“ 
Neben der Königskette, die für ein Jahr verliehen wird, erhielten die Sieger auch Pokale und Anstecker. Alle Würdenträger aus dem Nachwuchsbereich holten schon Titel und waren völlig unaufgeregt. Luisa, seit sieben Jahren im Verein und mehrfach gekrönt, könnte auch schon bei den Erwachsenen mitschießen. Aber: „Die besseren Chancen sind bei der Jugend.“
Ursel Wendelken organisierte erstmals als Sportleiterin das Schießen: „Mein Vorgänger Horst Sombetzki Kremkow und meine Vertreterin Daniela Sombetzki haben mir fleißig geholfen.“ Wendelken prüfte Gewehre und Gerätschaften, stellte das Programm auf, bereitete die Scheiben vor, nahm zwischendurch die Auswertung vor und suchte sich zum Start die Aufsichtskraft aus der Schützenschar heraus. Den Überblick hat Ursel Wendelken nie verloren: „Wir haben eine tolle Jugend, die haben alle super gut geschossen.“ Gleiches stellte sie für die Damenriege fest, bei der der Adler immer schneller falle als bei den Herren, weil sie einfach besser seien.

Das Gesamtergebnis in Personen: Der Hamberger Schützenverein zieht mit Königin Jenny Meyer und König Georg Bischoff in die neue Saison. Die Vizetitel ergatterten sich Viola Rösemeier und Hans Joachim Rösner, König der Könige wurde Michael Niebuhr. An seine Seite schoss sich Erika Abraham. Die Karl-Kück-Gedächtnisplakette gewann Bernd Bojack.

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