Satiriker präsentieren heiteres Programm für ernste Leute

Kuhstedtermoor. Knapp 40 Zuschauer im Cultimo waren am Freitagabend gefangen von den Worten der Satiriker Manfred Hausin und Winfried Bornemann. Gelacht wurde eigentlich immer – manchmal auch erst mit Verzögerung.
Schenkelklopfer servierten die beiden nicht. Es sollte ein Abend werden, der hielt, was er versprach: Es gab Witz und Wahnsinn im Wechsel, serviert von zwei Altmeistern der Satire. Hausin zeigte mit einem vorgelsenen Urlaubsgruß den Zuhören gleich zu Beginn, wohin die Unterhaltungsreise führen sollte. „Der Ort ist hässlich, die Pension ist teuer, die Leute sind blöde und das Wetter auch. Nur gut, dass du nicht hier bist.“ Er fügte erklärend hinzu: „Sie merken wir sind mindestens zweideutig, wenn nicht sogar eindeutig.“

Hausin gab sodann gleich an Bornemann ab, den er als „Briefmacker“ und „Deutschlands berühmtesten Briefeschreiber“ bezeichnete. Bornemann erzählte den Gästen, wie er Karriere machte. Und zwar mit einem Pfennig, der ihm viel zu leicht vorkam. Also schrieb er über Umwege an die Bundesbank, dass er Zweifel von größeren Umfang hinsichtlich der Echtheit der Geldmünzen habe. Er erhielt eine tolle Antwort, sogar von zwei Leuten unterschrieben. Bornemann: „Es muss also ein wichtiger Brief gewesen sein. Es gab keine Beanstandungen und sogar der Pfennig war wieder dabei.“ Mindestens zwei Leute hatte er also für eine halbe Stunde von der Arbeit abgehalten, lautete sein Fazit und das mache schließlich Lust auf mehr.

Ein Brief an Professor Junghans zur Interessenabfrage der Möglichkeit eines Hobbychirurgen oder dem Leidfaden „Chirurg in 30 Tagen“ brachte sogar die Ärztekammer Osnabrück auf den Plan, berichtete er. Und Bornemann musste schließlich die eidesstattliche Versicherung abgeben, dass er eben nicht im Keller operiere. „Da habe ich großes Verständnis dafür. So ein Vorgang muss ja abgeschlossen werden, sonst ist die Akte nicht komplett.“

Der Briefeschreiber Bornemann war überrascht, wie oft er eine Antwort bekam. „Die hätten ja auch schreiben können ,Wir vom Vorstand sind der einhelligen Meinung, dass sie ein wenig Gras an der Mütze haben’, aber nein, ich habe immer eine Antwort bekommen.“ Auch vom Verband der Elektrizitätswerke. Dem hatte Bornemann mitgeteilt, dass es ihm gelungen sei, Atomstrom zu erzeugen, und er wisse nicht, wohin mit den abgebrannten Uranbrennstäben. Nicht weniger Spaß vermittelte Hausin, der an diesem Abend bei den kürzeren Texten blieb. Zum Thema „Antipathie“ meinte Hausin: „Brutale Leute kann ich nicht leiden. Stundenlang könnte ich denen die Fresse polieren.“ Hausin weiß auch, dass in der Kleinstadt alles viel kleiner ist, bis auf die Vorurteile. Seltsam findet er die Bayern: „Hier sagen Atheisten Grüß Gott.“

Hausin erzählte ebenfalls von seinem Werdegang. In der Kindheit war ein Umzug nötig, weil „im Gegensatz zu mir mein Vater versetzt wurde.“ Die Schule sei weniger sein Ding gewesen. Und zu einem Mitschüler fiel ihm ein, dass dieser sich selbst verwirklicht habe. Hausin: „Er ist das A-Loch geworden, dass er früher schon war.“ Der Karrierestart sei hm mit Sprüchen wie „Wer beim Schlachter klingelt, sollte sich nicht wundern, wenn kein Schwein aufmacht“ gelungen.

Themen wie Beamtenweihnachten, Rauchen mit Kindern, Zeitungsanzeigen und Bewerbungsschreiben sorgten für weitere Höhepunkte im Vortrag. „Köstlich“ und „absolut geil“ waren nur einige Zwischenrufe in einem heiteren Programm für ernste Leute, wie es hieß.

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