Ein friesischer Songschreiber und seine Lieder

Kuhstedtermoor. „Das war Musik zum Zuhören und zum Genießen.“ Die Gäste des Cultimo in Kuhstedtermoor waren sich einig in ihrem Urteil über die Musik von Otto Groote. Doch es war nicht Groote allein, „Groote und Fruenn“ hätte wohl besser gepasst. Schließlich singt Groote meistens auf Platt und als Freunde hatte der friesische Sänger Bert Ridderbos, Charlie Koopmann und Linde Nijland dabei. Die waren zwar nicht alle angekündigt, das machte aber niemanden etwas aus, sorgten sie doch einvernehmlich für ein dickes Plus beim Konzertgenuss.

Der Niederländer Ridderbos war fest eingeplant. Er begleitet den friesischen Songschreiber Groote bei allen Songs mit Gitarre, Akkordeon und Cister. Eine besondere Aufmerksamkeit gehört dabei der Cister, häufig auch als Zither bezeichnet. Ein bemerkenswerter Klang, allein zum Stimmen braucht der Künstler fünfzehn Minuten. Die lohnten sich insbesondere zur Begleitung von Linde Nijland. Erstmals überzeugte die junge Niederländerin im Solo ohne Begleitung und ohne Mikrofon. So leise war es bestimmt schon lange nicht mehr im Cultimo, niemand traute sich, sich zu bewegen, um jedes Geräusch zu vermeiden. Nijland: „Ich mach das immer gern ohne Anlage. Ich liebe das, wenn das nur der natürliche Klang ist.“

Weitere Fans gewann sie im niederländischen Duett mit Ridderbos und seiner Cister. Nijland sang „Leaving dawn“ von Allan Taylor. Am Ende durften alle mitsingen und taten dies auch. Der Text war ganz einfach: „La la la lala.“ Koopmann war ein weiterer Freund Grootes und unterstützte die Hauptakteure mittels Mundharmonika.

Zwei so tolle Niederländer, da wollte Groote nicht zurückstehen: „Da muss ich ja ein Lied unbedingt singen – und das ist Amsterdam.“ Natürlich up Platt. Groote hat mittlerweile drei CDs mit Liedern auf Platt gemacht. Er wundert sich oft, dass Leute nicht zu seinen Konzerten kommen, weil er platt singt. Andere, so Groote, seien enttäuscht weil sie Döntjes erwarten. Groote sieht sich selbst als Songschreiber und seine Musik ist Folkmusik, er mag „ehrliche“ Musik und die kann er am Besten in seiner Muttersprache singen und das ist Plattdeutsch.

Manche seiner Lieder sind bekannt. Man hat die Melodie irgendwo gehört. Groote singt allerdings einen anderen Texten. Zu „Ich wünsch’ mir du wärst hier“, fällt Groote ein: „Eigentlich ist das ein typisches Hamburg-Lied, der Text ist von Jens Wormstedt. Ich durfte das Lied nach Bremen holen und nun spielt die Geschichte am Café Sand.“ Ein Liebeslied nach Walzer Art spielen Groote und Ridderbos mit „Danz för de Drömers“.

Zwischendurch singt Groote auch Hochdeutsch, präsentiert sein erstes Lied in dieser Sprache „Septemberpark“ mit Texten von Anna Hoffmann. Viele Lieder sind mit Geschichten verbunden, die der Künstler nicht für sich behält. „De anner Steern an d’heeven“ beispielsweise hat er einer guten Freundin gewidmet. Die betreibt einen privaten Folkclub, den „Hotspot für Folkmusik“ an der holländischen Grenze. Groote schafft den Übergang zum Kuhstedtermoor, hat die Geschichte vom Cultimo gehört und sagt: „Das wäre ja furchtbar gewesen, wenn Nazis hier ihre Lieder gegrölt hätten. Toll, dass ihr das verhindert konntet und alles ehrenamtlich.“

Im Lob schloss er die Zuschauer mit ein, die mit ihren Besuch für den Erfolg sorgen. Aus dem Publikum bereute auch niemand Groote dem Champions-League-Finale vorgezogen zu haben. Die Veranstalter hatten im Vorhinein etwas Sorge, meldeten sich doch nur knapp über zwanzig Leute an. Es wurden doppelt so viele und hier im Cultimo hatten auch alle gewonnen.

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