Zeitreise mit dem Heimatverein

Saisoneröffnung am Heimathaus war dank Kaiserwetter ein voller Erfolg
Erinnerungen an Kindertage: Bei vielen Gästen wurden beim Besuch des Heimathauses in Ströhe Bilder aus früheren Jahren wach. Der Heimatverein hatte zur Saisoneröffnung geladen – mit Maibock und vielen lukullischen Köstlichkeiten.
Hambergen. Die früheren Erntehelfer waren nicht dumm. Beim Kartoffelnroden haben sie beispielsweise die eine oder andere Kartoffel wieder in den Sand getreten, um sie in der Nacht oder am nächsten Tag für sich einzusammeln. Es war nämlich erlaubt nachzuharken und die Früchte zu behalten. Heinz Tettler vom Heimatverein Ströhe-Spreddig kennt viele solcher Anekdoten und berichtete zur Saisoneröffnung rund um das Heimathaus davon.

Helga und Wilhelm Torsch aus Lesum hörten gerne zu und tauchten mit Tettler in die Geschichte ein. Die meisten Gerätschaften kennen sie selber alle noch. Helga Torsch zeigt auf die Maschinen: “Ich bin als Kind noch mit meiner Mutter hinterher gelaufen und habe die Kartoffeln aufgesammelt.” Groß geworden sind sie auch mit der Sense und haben Korn und Gras gemäht. Else Ott erinnert sich: “Wir Kinder waren immer auf dem Feld dabei, Kindergarten und so etwas gab es ja gar nicht. Am schönsten war es immer, oben auf dem frisch geernteten Heu mitzufahren.” Begeistert vom Museum im Heimathaus zeigten sich Dagmar und Karl-Heinz Brüning. Die beiden Wallhöfener kennen das Gelände, aber: “Wir sind viel zu selten hier.” Dagmar Brüning interessierte sich insbesondere für den Webstuhl und freute sich mit welcher Begeisterung Agnes Denker und Doris Feldmann die Arbeit präsentierten. Karl-Heinz Brüning war mehr von den ausgestellten Zentrifugen angetan.

Rundtour mit dem Torfkahn Gestartet ist der Heimatverein in die Saisoneröffnung traditionell mit einem Fass Maibock. Auch Helmut Schriever aus Altenesch besuchte die Anlage. Schriever kennt das Gelände gut, war schon beim Heringsessen und bei den Handwerkertagen dabei. Im Schlepptau hatte Schriever vier Damen vom Harzklub Bremen. Der Klub hatte Anfang März eine Führung ins Moor gebucht und fand diese so toll, dass sie zur Saisoneröffnung unbedingt dabei sein wollten. Überrascht mit dem Besuch wurde Heide Stratmann. Sie war begeistert: “Ich wollte schon immer mal mit einem Boot über die Straßen schippern.” Rund 30 Minuten dauerte diese Tour im Torfkahn.

Richtig voll wurde es auf dem Gelände zur Kaffeezeit und der Vorsitzende Werner Prigge war stolz: “Was unsere Damen hier wieder für tolle Kuchen gebacken haben, unglaublich.” Gebacken hat aber auch Werner Feldmann, nämlich 64 Brote, das ging geschmiert genauso gut über die Theke wie ganze Laiber, die die Besucher mit nach Hause nahmen.

Doch zurück in die Geschichte: Die Gaunereien der Erntehelfer damals hatte der Vater von Heinz Tettler natürlich schnell durchschaut. Heinz Tettler erinnert sich: “Als die Helfer beim Nachharken mit fünf Säcken vom Feld kamen, wussten wir, dass wir beim nächsten Mal besser aufpassen müssen. Geld haben die für die Arbeit sowieso nicht bekommen, meist bekamen sie fünf Zentner Kartoffeln dafür.” An ähnliche Geschichten erinnerte sich auch Wilhelm Torsch: “Manchmal waren auch schon ganze Reihen weg, als wir zum Ernten ankamen.”

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