Mit einem Dauergrinsen auf Platz Zwei

Reit- und Fahrverein Hambergen überzeugte beim Show-Wettkampf in Bremen
Die Erinnerung ist frisch, das Kribbeln der Freude klingt noch nach und die Worte über den Auftritt in Bremen sprudeln den jungen Reitern des Reit- und Fahrvereins Hambergen nur so über die Lippen: Nicht alle Tage belegen sie den zweiten Platz bei einer solchen Großveranstaltung.
Hambergen. Ein toller Streich ist den 30 Reitern des Hamberger Reit- und Fahrvereins und ihren mehr als 60 Statisten beim Show-Wettkampf des Euroclassic-Pferde-Festival in Bremer gelungen. Platz Zwei gab’s für den “Hamberger Karneval in Rio” von den Wertungsrichtern und den 9000 Zuschauern. Letztere stimmten mit ihrem Applaus ab. 99,8 Dezibel erhielten die Hamberger. Mit ihrem Schaubild hatten die Hamberger das Publikum begeistert. Der Verein führte eine Reise von Bremen nach Rio auf. Die Kleinsten starteten bei den Bremer Stadtmusikanten, passend im Grün-Weißen Outfit ihres Lieblingssportvereins. Die Shetty-Reiter trabten auf ihren Ponys rein, die Mütter liefen nebenher, und versuchten Schritt zu halten. Jüngste im Sattel war die vierjährige Julia Müller.

“Waka Waka” von Shakira kündigte den nächsten Part an, die dunkel geschminkten Artisten nebst toller Perücke hatten Afrika erreicht. “Anfangs fanden sich alle blöd in diesem Kostüm, aber zum Schluss fanden es alle toll”, verriet Kornelia Götsche, die als Statist mit vor Ort war. Ihre Tochter Aileen war als Akteurin dabei, erlebte ein ähnliches Wechselbad der Gefühle: “Wir standen lange im Gang und wurden immer aufgeregter. Drinnen ging das schnell vorbei. Das Publikum ist aufgestanden und hat geklatscht. Wir hatten nur noch ein Grinsen im Gesicht.” Davon wusste auch Antje Regineri-Segelken zu berichten. Sie regelte den Einlass der Akteure zum Schaubild: “Das waren Emotionen pur. Als die Springreiter rein kamen, kamen mir die Tränen; es war einfach so toll.” Die Springreiter bildeten das letzte Teil des Schaubilds. Die Mädchen glänzten mit bunter Federboa und Kleidern auf ihren Pferden wie beim Karneval in Rio. Mit Tempo ging es rund um die eigenen Leute , alle drehten und tanzten im großen Rad. Auch die Vereinigten Staaten durften mit Cowboys und Countrymusik nicht fehlen. Die Statisten tanzten bewaffnet mit einem Kaktus im Rund.

Sieben Minuten hatten die Akteure, sonst gibt es Punktabzug. Der Hamberger Reitverein hielt den Zeitrahmen ein. Die B-Note wurde gleich bekannt gegeben. Hambergen lag auf Platz Zwei und es folgte nur noch ein Mitstreiter. Gefühlt war der zweite Platz, bei dem es letztlich blieb für den Verein sogar Platz eins. Götsche: “Der Verdener Schleppjagd Reitverein gewinnt jedes Jahr. Das sind Profis, das ist wie mit Barcelona beim Fußball, da können die Kinder nicht mithalten.”

Die Choreographie des Schaubilds hatten sich die Kinder und Jugendlichen selbst ausgedacht und waren bereits im Oktober mit den Vorbereitungen gestartet, die Fäden hielt die Sportwartin des Vereins Angela Büchner in der Hand. Jede Woche wurde geprobt, allerdings immer nur jeder Teil für sich. Für eine komplette Probe musste in größere Hallen nach Heudorf und Zeven ausgewichen werden, was eine logistische Meisterleistung des kleinen Vereins war. “Ohne Eltern geht nichts”, da waren sich alle einig. Die gute Kameradschaft im Verein ist ein weiterer Erfolgsgarant, mal ein Pony oder auch nur den Platz dafür im Anhänger zu leihen, alles kein Problem.

Sorgen hatte man sich anfangs gemacht, ob das Publikum mitklatscht. Aber das war ein Selbstläufer. “Der Aufwand und Stress hat sich gelohnt”, meinte Götsche. Regineri-Segelken: “Es hat wirklich Spaß gemacht.” Auf der Welle des Erfolgs möchte man nun aus dem Rhythmus ausbrechen und 2013 erneut mitmachen, statt alle zwei Jahre. Büchner hofft, das man dadurch vielleicht dem Hauptkonkurrenten aus dem Weg geht und es für ganz oben reicht. Lohn war ein Geldpreis und ein Extraauftritt zwischen dem großen Preis und der Siegerehrung. Dort spulten die Hamberger ihr Programm routiniert ab und erhielten gefühlt über 100 Dezibel Applaus.

Vermerk:
Sämtliche Fotos sind von Gerd von Stutz

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