Gitarren-Duo “twelve strings” glänzte im Cultimo

Kuhstedtermoor. Der Name ist Programm bei “twelve strings”. Zwei Gitarren aus der Werkstatt von Vincente Carillo mit jeweils sechs Saiten genügen Thomas Glatzer und Matthias Wiesenhütter völlig, um einen tollen musikalischen Abend zu gestalten. Am Sonnabend war das Berliner Gitarren-Duo im Cultimo in Kuhstedtermoor auf der Bühne und sein Publikum war begeistert. “Es war wirklich herrlich”, meinte Heinrich Breternitz nach 120 genüsslichen Minuten, ein Freund hatte ihm zum Konzertbesuch geraten.

Zuhören und genießen waren angesagt, zwischen den melodischen Songs sorgte meist Wiesenhütter mit trockenem Humor für Auflockerung. Die Songs von “twelve strings” sind fast alles Eigenkompositionen. Nur beim “Bolero” hatten die Gitarristen ein anderes Motto. “Besser gut geklaut als schlecht nachgemacht”, meinte Wiesenhütter zum Original von Maurice Ravel.

“Achten sie auf den Anfang und auf den Rest. Das Stück soll das Publikum fordern und begeistern, es soll schwierig klingen und Eindruck schinden.” Wiesenhütter verriet, was er sich beim Komponieren gedacht hat, der Name dagegen war einfach. “Intro” hieß das Stück, noch aus der Jugendzeit des Duos. Eindruck schindet “twelve strings” auch ohne Aufforderung. Ute Breternitz: “Wahnsinn, was für Musik aus nur zwei Gitarren kommt.” Wie das Duo zu seinen Songs kommt berichtete Glatzer: “Wir treffen uns, einer hat eine Idee und der andere steigt ein.” Da aber oft die Einfälle ausfielen, stieg man auf Themen um. Es wird ein Thema vorgegeben und jeder spielt, was ihm dazu einfällt.

“Mit solch einem Ziel vor Augen, klappte das besser. Was wir uns zum Tango dachten, spielen wir jetzt”, kündigte Glatzer an. Schwierigkeiten hat das Duo auch beim Namenfinden für die Songs. Wiesenhütter: “Das folgende Stück heißt slow motion. Auf den Konzerten merken wir leider immer, dass wir das aber ziemlich schnell spielen. Eine Umbenennung bedeutet viel Arbeit. Deswegen bleiben wir beim Namen. Das gibt wohl keinen Ärger jetzt?” Den gab es natürlich nicht. Wer so virtuos spielt, darf sich manches erlauben. Auch beim Schlaflied vor der Pause schlief niemand ein. Im zweiten Teil mischte das Duo unter anderem spanische und klassische Elemente von Bach. Bei “Time” stand anfangs die Pause im Vordergrund, allerdings steigerte sich “twelve strings” in einen Rausch. Es gab Stücke zum “Seele baumeln lassen”, Weihnachtsmusik und mit “christal moves” eine ganz starke Zugabe. Wenn neue Ideen fehlen gibt es einen zweiten Teil, wie bei “sounds of fall”. Wiesenhütter scherzte: “Wir spielen in e-Moll. Eine leichte Tonart in der man mit wenigen Mitteln viel erreichen kann. Es klingt immer gut, man kann nicht viel falsch machen.”

 

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