Drei Chöre singen ohne Probe gemeinsam

web_anh08184Die Partnerschaft zwischen Villers Saint Paul und Hambergen funktioniert auch im musikalischen Bereich. Das zeigte das Konzert in der Gesamtschule. Hambergen. Die Städtepartnerschaft zwischen Villers Saint Paul aus Frankreich und Hambergen lebt. Das bewiesen über 50 Sängerinnen, Sänger und das „Ensemble de djembés“ in der Mensa der Hamberger Gesamtschule im Rahmen eines deutsch-französischen Konzerts vor mehr als hundert Zuschauern. Der Auftakt gebührte den Gästen, Colette Legrand war mit ihren beiden Chören „les agités du vocal“ aus Villers Saint Paul und „la chorale du pagnotte“ aus Pontpoint vor Ort. Auf der Gastgeberseite überzeugte der Hamberger „PopChor’n“ unter der Leitung von Wilhelm Torkel. „Die Hauptsache dabei ist es, gemeinsam Musik zu machen. Das finde ich toll“, sagte Torkel.
Für die Zugabe kamen später alle Beteiligten gemeinsam auf die Bühne. Ungeprobt und überraschend. Jan-Peter Heß vom PopChor’n: „Das auch die Trommler dazukamen, war auch für uns überraschend.“ Für die gemeinsamen Abschlusslieder hatte jede Seite ein Stück dabei. Jeweilige Aufnahmen dazu hatte man sich im Vorhinein zugesandt. Mit den Proben vorab hatte es allerdings nicht wie geplant geklappt. „Die französischen Chöre proben immer mittwochs. Zuletzt fielen die Proben wegen des Tages der Arbeit und dem Feiertag zum Ende des Zweiten Weltkrieges aus. So konnte das Lied aus Hambergen nur einmal einstudiert werden“, übersetzte Petra Pfitzner die Worte von Colette Legrand.

„Steal away“ hieß das Stück von Wilhelm Torkel, und die Franzosen beschränkten sich auf den Refrain, wie Legrand zugab. Torkel war hochzufrieden: „Das war sehr gut. Richtig schön und um Klassen besser als bei der Probe.“ Probe war wohl auch zu hochgegriffen. „Wir haben das Lied in zehn Minuten kurz eingesungen“, berichtete Torkel. Die Verständigung klappte, obwohl Torkel kein Französisch spricht: „Meine Frau spricht die Sprache und ansonsten rede ich viel mit den Händen. Meine Gesten wurden verstanden und auch Colette Legrand hat das hervorragend gemacht.“ Legrand hatte sich für den gemeinsamen Auftritt das afrikanische Lied „Wa to lé“ ausgesucht. Die Texte wurden verteilt, es waren lediglich zwei Textzeilen.


PopChor’n hatte nicht für das Konzert geprobt. Zwei Tage vorher hatte der Chor ein Konzert in Heyerhöfen gegeben und zehn Lieder daraus mit ins gemeinsame Chorkonzert gebracht. Das reichte für ein dickes Lob. Nicht nur durch das Publikum. Colette Legrand und Youri Requena, der Leiter der Trommelgruppe, waren sich einig. Pfitzner übersetzte: „Beide bewundern die Arbeit vom PopChor’n. Dadurch dass sie alle Texte auswendig singen, sind sie besser drin in der Musik und bewegen sich sehr toll dazu.“ Die beiden französischen Chöre treten häufig gemeinsam auf und sangen zusammen sieben Stücke im Konzert. Extra für das Konzert eingeübt hatten sie „Sous le ciel de Paris“ aus dem gleichnamigen Film. Das Trommelensemble komme nur bei besonderen Gelegenheiten zu den Auftritten hinzu. Alle zu einer Probe zusammen zu bekommen, gestalte sich auch als äußerst schwierig, berichteten Legrand und Requena.
Nichts zu hören war von der anstrengenden Vorbereitung. Am Freitagabend um 17 Uhr machten sich die französischen Gäste auf die Fahrt. Schlecht schlafen lässt es sich gut im Bus, übermittelten die Protagonisten. 24 Stunden später stand die Probe an und im Anschluss das Konzert. Gute Laune herrschte trotzdem vor. Requena ließ übersetzen: „Die Leute sind hier alle sehr nett und kümmern sich ganz toll um die Gäste. Die machen alles für einen und fahren uns überall hin.“ Legrand ist bereits zum zweiten Mal in Hambergen gewesen. Vor vier Jahren waren sie in der Kaserne untergebracht und das sei kein Vergleich zur privaten Unterkunft bei Gastfamilien.

Zwischen den Auftritten der Chöre zog das Trommelensemble das Publikum in seinem Bann. Zuerst die jungen Nachwuchskünstler und Geschwister Margaux und Thomas Renard. Am Ballafon wechselten sich beide ab, Unterstützung bekamen sie von Youri Requena. Im Anschluss spielte das „Ensemble de djembés“ drei mitreißende Stücke und die Zuschauer wippten im Rhythmus mit ihren Füßen mit.

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