Freudentränen für den Bäckermeister

Bornreiher Laienspeel zeigen neuen plattdeutschen Schwank „De Cousinendag“ / Handlung bewegt TheatergästeBei der Premiere von „De Cousinendag“ tat Bäckermeister Günter Streusel den Zuschauern leid: Gleich vier Cousinen seiner verstorbenen Frau buhlten um das Herz des Witwers. Bei aller Spannung war den Zuschauern schnell klar, dass die Darsteller des Bornreiher Laienspeels erneut ein tolles Stück auf die Bühne gebracht haben.
Bornreihe.Bei der Premiere des Theaterstücks „De Cousinendag“ hatte wohl alle Zuschauer im Saal der Gaststätte Postels das Mitleid gepackt: Nicht, weil Bäckermeister Walter Streusel, gespielt von Günter Renken, seine Frau verloren hat, sondern weil gleich vier Cousinen seiner Frau das Herz des Bäckers (Günter Renken) erobern wollten. „Mensch, der arme Kerl“, klang es häufig aus den Zuschauerreihen.

Noch häufiger allerdings wurde beim plattdeutschen Theaterstück gelacht. Je länger das Stück dauerte, umso kräftiger fiel der Applaus aus. Im Schlussakt drückte manch einer sogar Freudentränen weg und griff zum Taschentuch, war zu beobachten.

Diese Emotionen gefielen den Bornreiher Darstellern und der Regisseurin Monika Stelljes. Rinje Bernd Behrens, der die plattdeutsche Komödie in „dree Törns“ geschrieben hat, war ebenfalls angetan. Er war bei der Uraufführung seines Stücks vor Ort dabei. „Ich weiß was drinsteht, aber nicht was auf der Bühne passiert. Das war heute eine wunderschöne Bühne mit einem wunderschönen Publikum.“

Zur Handlung: „De Cousinendag“ spielt in einer Bäckerei. Bäckermeister Walter Streusel führt den Laden gemeinsam mit seiner Tochter Katrin (Swantje Fiß) und dem Gesellen Harry Feinkorn (Matthias Becker). Die vier Cousinen seiner verstorbenen Frau sind sich einig, dass Streusel eine neue Frau braucht. Dazu bringt sich jede im Laufe des Stücks in Stellung.

Die vier Rivalinnen können unterschiedlicher nicht sein: Da gibt es zunächst Line Sauer (Ilse Stelljes), die ständig von Gott und mit voller „Snut“ spricht. Die geschiedene Kräuterhexe Roswita Schröder (Margit Haase) hingegen, kümmert sich mit Salben, Pillen und Telefonterror um den Bäcker. Die Dritte im Bunde ist die ledige Lehrerin Senta Ralle (Andrea Büntemeyer). Sie ist eigentlich eine notorische Zuspätkommerin, wie sich herausstellt. Doch am meisten ins Zeug legt sich Bella Kawendel (Sylvia Gefken): Ihre Hände sind ständig auf dem Bäcker zu finden. Sie lebt getrennt und wird von allen nur Lavendel genannt – das passt zur Rolle.

Ein bisschen Unmoral macht Spaß

Zufällig lässt sie ihren Schal liegen oder nimmt aus Versehen eine Brosche mit, um einen Grund für weitere Besuche beim Bäcker zu haben. Sie sagt: „Ein bisschen Unmoral macht Spaß.“ Dann geht der Kampf um Streusel erst richtig los. Der Zuschauer erfährt auch jede Menge über die Verwandtschaftsverhältnisse der Protagonisten – durchsteigen können viele dennoch nicht. „Dafür muss man wohl studiert haben“, klingt es von der Bühne. Im Laufe des Stücks werden sich die Cousinen irgendwann einig. Sie lassen sich auf einen Wettstreit ein. Das Motto lautet. „Wer am besten in der Bäckerei arbeitet, der soll ihn haben.“

In der folgenden Pause rätselten einige Theatergäste im Saal, wer das Rennen am Ende wohl macht. Unter ihnen war Irmtraud Otten. Sie tippte auf Line. „Das passt am besten – die ist zurückhaltend, lustig und trinkt gerne einen.“ Ihre Schwester Amanda Mahler war in der Pause noch kritisch: „Vielleicht macht auch keine das Rennen.“ „Zuschauerin Marion Zymara hingegen tippte auf Wita. „Bella passt nicht, ich nehme Wita.“ Der Ausgang von „De Cousinendag“ soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden.

Am Ende der Premiere waren alle Befragten sich einig, dass die Bornreiher erneut ein tolles Stück einstudiert haben. Wer es sehen will, hat im November von Freitags bis einschließlich Sonntag Gelegenheit dazu. Die Aufführungen beginnen „ovends clock acht“. Karten gibt es im Vorverkauf bei Margret Kück (Telefon 0 47 93 / 69 17 2 (montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr) und an der Abendkasse.

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