Geburtstagsfeier ertrinkt im Regen

web_anh09307Beim Tag der offenen Tür in Hellingst blieben die Flieger am Boden: Das Wetter machte dem Luftfahrtverein Unterweser einen Strich durch die Rechnung.Hellingst. Ein bisschen bedröppelt schauten die Mitglieder des Luftfahrtvereins Unterweser bei ihrem Tag der offenen Tür schon drein. Der Dauerregen nahm kein Ende, ein Flugbetrieb war undenkbar und die Besucher auf dem Flugplatz Hellingst blieben aus. Den Humor ließen sich die 20 Aktiven nicht nehmen und der Vorsitzende Bert Sanner meinte: „Richtig [geolocation] traurig kann ich nicht gucken, ich bin zu stolz, dass es unseren Verein schon seit 85 Jahren gibt.“

Der Geburtstag war jetzt Anlass der Einladung. Jede Menge Flugzeuge waren postiert, der Grill glühte, Kaffee und Kuchen waren reichlich vorhanden. Erstmals in Hellingst wurde 1979 gestartet. Damals wie heute – wenn auch nicht ununterbrochen – war Bert Sanner der Vorsitzende. Die Vereinsgeschichte aber begann im Jahre 1928, der erste Start gelang ein Jahr später auf dem Flugplatz Weddewarden.

Zwischen Weddewarden 1929 und Hellingst 1979 lagen der Zweite Weltkrieg und die Neugründung des Vereins nach Aufhebung des Flugverbots durch die Alliierten im Jahre 1952. Heimat war seinerzeit zunächst das Gut Dohren bei Beverstedt, später ein anderes Gelände an der Lune. Das heutige Ehrenmitglied und damaliger Bauleiter Werner Dantzer erinnert sich: „Wir mussten vom Luneort weg und haben rund zwei Jahre lang im Landkreis gesucht.“

Fündig wurden die Segelflieger ganz zufällig in Hellingst. Sanner: „Wir saßen da vorne in der Kneipe und der Wirt bekam unser Gespräch mit. Er hatte die Lösung.“ Vier Bauern gehörten die Felder und als man sich einig war, konnte das Vorhaben in Angriff genommen werden. Dantzer: „Es waren ungleichmäßige Grundstücke und mittendurch führte ein großer Entwässerungsgraben.“ Mit schwerem Gerät der Engländer wurde das Gelände begradigt. Der Graben wurde verrohrt, aufgefüllt und planiert, anschließend Gras gesät. Werner Dantzer: „Es war eine schöne und schwere Arbeit.“

Die Halle baute der Verein in Eigenarbeit, das Häuschen wurde über ein Therapieprojekt der Stadt Bremerhaven errichtet. Sanner erzählte: „Die Leute dort haben immer Hütten gebaut und wieder abgerissen. Da habe ich gefragt, ob sie auch etwas bauen können, das stehen bleibt.“ Sie konnten. Der Verein regelte An- und Abfahrt und das Projekt geriet zum Erfolg.

Wer am Sonnabend wegen des Wetters nicht nach Hellingst gefahren war, für den hat der Verein ein Trostpflaster. Sanner: „Gelegenheit einmal mitzufliegen gibt es an jedem Wochenende, an dem hier auch geflogen wird.“ Bei gutem Wetter geht die Saison bis Mitte Oktober, die Winterpause endet in der Karwoche 2014. Näheres im Internet unter lvu-bremerhaven.de.

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