In 60 Tagen durch Deutschland

Gisela und Hermann Meißner wanderten 1850 Kilometer entlang des europäischen Fernwanderweges
Hambergen. “Mensch was seid ihr dünn geworden.” So freundlich empfingen rund 30 Mitglieder des Turnvereins “Frisch auf” Hambergen zwei ihrer Wanderfreunde am Oldenbütteler Bahnhof. “Alter schützt vor Leistung nicht” war auf einem Banner nachzulesen, gewidmet Gisela und Hermann Meißner die gerade vom ihrem Aktivurlaub zurückgekehrt waren. “1850 Kilometer in 60 Tagen”, hob Hermann Brünjes die Leistung der Beiden über die Lautsprecheranlage hervor, was auch im wartenden Zug für verdutzte Gesichter sorgte.

Überraschter waren aber wohl die Meißners selbst und dazu äußerst bescheiden. Gisela Meißner zum Empfang: “So was besonderes ist da ja auch nicht.” Später fügte sie an: “Ich bin sprachlos, das gibt es ja überhaupt nicht. Das sind Freunde.” Ähnlich lautete das erste Fazit zur Reise. Hermann Meißner: “Fantastisch. 60 Tage unterwegs und wir hatten nur einen Regentag.” Von der dänischen Grenze ab Flensburg bis zur schweizerischen Grenze bei Konstanz ist das Ehepaar gewandert, aber nicht auf direktem Wege sondern immer wieder von Ost nach West und von West nach Ost. Es ist der deutsche Teil des europäischen Fernwanderweges, der von Mittelschweden bis nach Genua reicht. Am 12. April starteten die Zwei, am zehnten Juni landeten sie am Ziel. 30 Kilometer war die durchschnittliche Tagesleistung bei einem Tempo von vier Stundenkilometern und immer mit 13 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken.

Der Tagesablauf war fast immer der Gleiche. Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es auf den Wanderweg, der überwiegend durch Wald und Flur geht, aber auch durch die Großstädte Hamburg und Frankfurt am Main führt. Im Laufe des Tages gab es jede Menge Landschaftsgenuss und den einen oder anderen Snack unterwegs. Zum späten Nachmittag suchten Gisela und Hermann Meißner ihr Quartier. Der Abend begann mit einer Dusche und einem tollen Abendbrot.

Unterkunft suchte das Ehepaar überwiegend in Hotels, gegen Mittag wurde die nächste Übernachtung klar gemacht. Zwei Mal gab es Probleme. Komischerweise war Montabaur total ausgebucht, hier wich das Paar in eine Jugendherberge aus. Zu Himmelfahrt nutzten viele Leute den Brückentag, die Meißners fanden im Schwarzwald kein Hotel. So packten sie weitere zehn Kilometer rauf und liefen zum Titisee. Unterwegs trafen die Meißners recht wenige Wanderfreunde, aber viele nette Leute. Gisela Meißner: “Die Leute sind so zuvorkommend. Wenn man irgendwo stehen bleibt und in Karten blättert kommt sofort jemand und frag ob er helfen soll.” Und anstrengend war es überhaupt nicht. Gisela Meißner: “Man ist total entspannt, bekommt den Kopf frei.” Hermann Meißner fügt an: “Das ist das beste Stressseminar, Erholung pur.” “Der Empfang hier am Bahnhof war anstrengender als die ganze Lauferei”, merkte Gisela Meißner nach ein paar Tagen Abstand mit einem Lachen an. Ganz Deutschland ist schön, lautet ihr Fazit. Die Tour vorbereitet hatte Hermann Meißner und wandern ist sowieso das Metier die Beiden. Die Wandertruppe ihres Turnvereins haben sie aufgebaut und einmal im Monat geht es mit den Kameraden auf Tour. Gisela Meißner: “Da sind immer gut 30 Leute dabei.”

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