„Man kippt keine Fenster – Punkt“

„Taten statt Warten“ – unter diesem Motto steht eine Modernisierungskampagne der gemeinnützigen Klimaschutzagentur „energiekonsens“ in Beverstedt. Zum Auftakt veranschaulichte ein Energieberater im Rathaus, welche energetischen Modernisierungen rund ums Haus möglich sind. Beverstedt. Der Auftakt der Modernisierungskampagne „Taten statt Warten“ in Beverstedt ist auf rege Resonanz gestoßen. Energieberater Dag Plischke hatte bei seinem Vortrag im Rathaus rund um die energetische Gebäudemodernisierung rund 40 Zuhörer. Veranstalter der Kampagne ist die gemeinnützige Klimaschutzagentur „energiekonsens für das Land Bremen und die Regionen Elbe-Weser und Weser-Ems“. Die Agentur versteht sich als ein „neutraler und unabhängiger Mittler und Impulsgeber“ rund um die Themen Energieeffizienz und Nutzung regenerativer Energien, wie sie im Internet mitteilt. [geolocation] 

Ein Wohnhaus aus dem Baujahr 1960 habe einen Energiebedarf von 260 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, erläuterte Dag Plischke. Heutige Neubauten bräuchten 70 Kilowattstunden. Das zeige das große Einsparpotenzial bei älteren Gebäuden. „Mit einer neuen Heizungsanlage ist es aber nicht getan“, so der Experte. Vielmehr sollte ein Gesamtkonzept für die energetische Modernisierung erstellt werden. Dazu gehörten kostengünstige Sofortmaßnahmen. Als Beispiel führte Plischke das richtige Lüften der Räume an: „Man kippt keine Fenster. Punkt.“

Fenster sollten zum Lüften ganz geöffnet werden – für maximal zehn Minuten. Bestenfalls drei Mal am Tag und im Winter gern kürzer. Stoßlüftung heiß der Fachbegriff. Während des Lüftens sollten Heizkörper abgestellt werden. Es gebe zwar Heizkörperventile, die beim Lüften automatisch abschalten. Das Geld könne man sich aber sparen, so Plischke: „Sie müssen ja sowieso ans Fenster, dann können sie auch mal eben die Heizung abdrehen.“ Plischke zeigte weiter auf, an welchen Stellen im Haus Wärmeverluste auftreten und was dagegen getan werden kann. Der Energieberater stellte verschiedene Dämmarten vor. Ein moderner Dämmstoff mit zwei Zentimetern Dicke habe energetisch betrachtet die gleichen Werte wie 6,5 Zentimeter dickes Nadelholz, 29 Zentimeter dicker Klinker oder 105 Zentimeter dicker Beton.

Wichtig sei es aber auch, von vornherin möglichst viel Energie einzusparen, betonte der Fachmann. So verringere sich der Verbrauch bereits um fünf Prozent, wenn die Raumtemperatur um nur einen Grad Celsius gesenkt werde. Auch moderne Fenster und Türen trügen zur Energieersparnis bei. Wärmebrücken müssten entkoppelt, werden. Mit einer Modernisierung spare man nicht nur Energiekosten, sondern steigere auch den Wert einer Immobilie und deren Wohnkomfort, betonte Plischke. Außerdem trage man damit etwas zum Klimaschutz bei. Einsparpotenzial sei im Haus genügend vorhanden – moderne Heizungsanlagen bräuchten etwa 25 Prozent weniger Energie, durch die Dämmung der Wände könnten etwa 15 Prozent eingespart weden, rechnete er vor. Insgesamt könne der Energiebedarf eines Hauses um drei Viertel gesenkt werden.

Plischke riet seinen Zuhörern zudem, Dauerstromverbraucher wie Umwälzpumpen und Kühlschränke mindestens durch Geräte zu ersetzen, die als „ A++“ ausgewiesen sind. Wer einen hohen Verbrauch habe, sollte darüber nachdenken, selbst Strom zu produzieren, etwa mit Photovoltaik-Anlagen. Plischke: „Nach 13 Jahren etwa verdienen sie damit Geld. Wenn Sie Fördermittel in Anspruch nehmen, sogar früher.“ Defekte Lampen sollten gegen LED-Leuchten ersetzt werden, riet Plischke weiter.

Der nächste Vortrag im Rahmen der Modernisierungskampagne „Taten statt Warten“ in Beverstedt dreht sich am 5. März ebenfalls im Rathaus um das Thema Fenster. Zum Angebot der Kampagne gehören auch Gebäude-Energiechecks. Diese können Eigentümer von Wohnhäusern mit maximal zwei, vor 1998 gebauten, Wohneinheiten in Anspruch genommen werden. Wer sich schnell für einen solchen Check entscheidet, bekommt von der Agentur „energiekonsens“ einen Zuschuss. Nähere Informationen zur Kampagne gibt es im Internet (www.beverstedt.de;www.energiekonsens.de).

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