Mit Leidenschaft vom Rhönradturnen zur Lehrwesen-Beauftragten

Wallhöfen. Eine Liebe auf den ersten Blick war es nicht, die Nina Hamann und das Rhönradturnen verbindet. „Eigentlich weiß ich gar nicht mehr, wie das angefangen hat“, gibt die heutige Beauftragte für das Lehrwesen im Deutschen Turner-Bund (DTB) zu. Im Rahmen einer Schul-AG gab es wohl den ersten Kontakt, bei der Hamann kräftig auf die Nase fiel. Fortan favorisierte sie Tennis. Der weiße Sport konnte sie allerdings gar nicht begeistern, sodass Hamann es noch einmal mit dem Rhönrad probierte. Ein großes Glück für die Sportart, entwickelte Nina Hamann doch nun eine große Leidenschaft zum Rhönradturnen. Ungezählte Stunden widmet Hamann ehrenamtlich dem Turnen und insbesondere dem Rhönrad. Als aktive Turnerin, Übungsleiterin, Trainerin, Kampfrichterin, Lehrwartin im Fachausschuss Rhönradturnen des Niedersächsischen Turner-Bundes (NTB) und nun auch für den DTB.

Ihre Karriere startete beim TSV Wallhöfen, der sich äußerst stolz über den Werdegang Hamanns zeigt. Der damalige Sportwart Jan Rohde erinnert sich: „Es war eigentlich ein Zufall, dass unser Verein zum Rhönrad kam. Heike Koch und Dörte Sancken hatten 1984 einen Lehrgang in Celle besucht und waren so begeistert, dass wir drei Rhönräder angeschafft haben.“ Wallhöfen entwickelte sich schnell zur Hochburg im Rhönradturnen.

Bereits 1986 war man Gastgeber der Landesmeisterschaften, es sprang sogar ein Landestitel für Hartmut Sancken vom TSV bei den Männern heraus. Das OSTERHOLZER KREISBLATT titelte seinerzeit „Schlechte Noten für das Kampfgericht“. Das war damals ein echtes Problem, dass die eigenen Leute von den Kampfrichtern bevorteilt wurden. Heute undenkbar, meint Nina Hamann, die in Niedersachsen bei der Kampfrichterausbildung hilft.

Den Lehrwartsposten beim NTB erhielt Hamann auch durch Zufall. Die 32-Jährige erzählt: „Ich habe zu Edeltraut Bohn gesagt, sie solle sich melden, wenn für sie eine Nachfolgerin gesucht wird. Das hat sie für verbindlich genommen.“ Anfangs hat Hamann die Trainer für die C-Lizenz ausgebildet und das Konzept gemeinsam mit Anna Wächter aus Verden entworfen: „Wir waren ein gutes Ausbildungsgespann und haben uns Gedanken gemacht, was muss ein Trainer können, welche Mindestanforderungen gibt es.“

Ihre eigene sportliche Karriere war dagegen viel zu früh beendet. „Bereits mit Mitte 20 war Schluss“, so Hamann. Eine Verletzung warf sie um. Hamann sagt auch: „Ich bin leider erst richtig gut gewesen, als ich schon total alt war. Ich bin erst recht spät in die Bundesklasse gewechselt. Ich hab oft gedacht, wärst du mal früher angefangen.“ Richtig gut war sie zu ihrer Studienzeit an der Sporthochschule in Köln, aber, so Hamann: „Mit dem wachsenden Alter bekommt man auch mehr Schiss vor den Sprüngen.“

Aktiv turnt Nina Hamann heute nicht mehr, die Vorstandsarbeit und das Organisatorische stehen im Vordergrund der promovierten Biomechanikerin. Rhönrad turnt man laut Hamann, weil es Spaß macht: „Das richtet sich nicht nach finanziellen Interessen. Es gibt nur wenige Sponsoren.“ Wer allerdings oben mitturnen möchte, hat einen hohen Trainingsaufwand. Hamann berichtet von fünf bis sechs Tagen in der Woche bei täglich mindestens drei Stunden.

Die Arbeit Hamanns, egal für welchen Verband, ist ehrenamtlich und ohne finanzielle Unterstützung. Förderungen seien sehr knapp, weil eben das Rhönradturnen keine olympische Disziplin sei. Schulungen beispielsweise haben sich durch Beiträge der Teilnehmer selbst zu tragen. Hamann: „Das sind schon teure Geschichten. Der TSV hat mich immer unterstützt, da kann man nicht meckern.“20131018_hamann

„Nina Hamann ist bodenständig geblieben und weiß, wo sie herkommt“, freut sich Jörg Gantzkow, erster Vorsitzende des TSV Wallhöfen. Auch für Hamann ist der Kontakt zum TSV Wallhöfen wichtig: „Die Zusammenarbeit funktioniert gut. Ich mache gerne Lehrgänge in Wallhöfen.“ Ihr neues zusätzliches Amt sieht die junge Frau als Zugewinn: „Ich stecke die Rahmenbedingungen für Rhönradturnen, die runter bis in die Vereine gehen.“

 

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